16.07.2025

Landwirtschaft in Liechtenstein

Foto: Petra Jacob

Weiderind, Wein und Weltacker: Im Fürstentum Liechtenstein sind 43 % der ­landwirtschaftlichen Nutzflächen biologisch bewirtschaftet – das ist Weltspitze.

„Vor 70 Jahren war Liechtenstein noch ein bitterarmes Bauernland, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, erzählt Leander Schädler bei einer Führung durch die moderne Hauptstadt Vaduz. Heute hat die Landwirtschaft nur noch einen Anteil von 0,2 % an der Wertschöpfung des Landes, die Indus­trie rund 40 % und Dienstleistungen über 58 %, davon fallen rund 20 % auf den Finanzbereich. „Liechtenstein hat sich vom Bauernstaat zu einem hoch spezialisierten Wirtschafts- und Finanzstandort entwickelt“, so der Stadtführer, der in einem maßgeschneiderten Anzug erschienen ist.

Klein und reich

Lenksäulen, Audio-Steckverbindungen und Zahnfüllungen sind nur einige Produkte, die in Liechtenstein produziert und in die ganze Welt exportiert werden. Der Fürstenstaat wird wahrscheinlich kaum als Industriestandort wahrgenommen, sondern eher als das kleine Land des großen Geldes, wo Reiche ihr Geld sicher bunkern und verwalten lassen. Auch das hat es zu einem der reichsten Länder Europas gemacht. Nach Pro-Kopf-Einkommen steht es inzwischen hinter Monaco an zweiter Stelle.

Liechtenstein ist nur knapp 25 km lang und 12 km breit – flächenmäßig gerade mal so groß wie Aachen – und liegt eingezwängt zwischen der Schweiz und Österreich. Der Zwergstaat ist kein Mitglied der EU, wohl aber des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Seit 1924 gibt es den Zollvertrag mit der Schweiz, seitdem ist auch der Franken die offizielle Währung. Liechtenstein ist dem Schweizer Bildungs- und Gesundheitssystem und Landwirtschaftsgesetz angeschlossen.

„Wir sind eine Monarchie und Demokratie, es gibt zwei Souveräne, zum einen den Fürsten, zum anderen das Volk“, referiert Leander Schädler beim Besuch des liechtensteinischen Landtags, eines sehr futuristisch anmutenden Gebäudes, das an die Schweizer Toblerone-Schokolade erinnert.

Mehr in LZ 2025-29 ab S. 48.

Petra Jacob


 

 

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