Landwirtschaft muss mehr Gas geben
DBV fehlt beim Klimaschutzprogramm 2026 der Realismus
Die Landwirtschaft muss beim Klimaschutz mehr Gas geben. Das stellt die Bundesregierung in ihrem Klimaschutzprogramm 2026 klar, das am Mittwoch vergangener Woche beschlossen wurde. Zwar unterschreite der Sektor bis 2030 die festgelegten Emissionsmengen. Für die Zeit danach sei mit den beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen aber keine weitere Reduktion zu erwarten. Dann werde die Landwirtschaft in einem treibhausgasneutralen Deutschland der Sektor mit den höchsten verbleibenden Treibhausgasemissionen sein. Ziel sei es daher, den Klimaschutz in der Landwirtschaft intensiver zu fördern.
Dabei nimmt die Bundesregierung wenig überraschend die Tierhaltung in den Fokus. Zum einen geht es ihr um eine Verringerung des Konsums von tierischen Erzeugnissen. Zum anderen sollen in der verbleibenden Produktion die Emissionen heruntergefahren werden. Dazu ist geplant, dass bis 2040 etwa 70 % des anfallenden Wirtschaftsdüngers vergärt werden. Um diese Quote zu erreichen, sollen unter anderem die Umrüstung von Biogasbestandsanlagen hin zu einem umfangreicheren Gülleeinsatz und die gasdichte Lagerung von Gärresten staatlich gefördert werden. Daneben will die Bundesregierung die Anschlussförderung für Güllekleinanlagen nach der Erneuerbare-Energien-Verordnung wieder aufnehmen, um bestehende Wirtschaftsdüngermengen in der Vergärung zu halten.
Dem Deutschen Bauernverband (DBV) fehlt im Klimaschutzprogramm 2026 mit Blick auf den Agrar- und Forstbereich der Realismus. Zwar sei die Bundesregierung mit der geplanten Investitionsförderung und den produktionsintegrierten Maßnahmen grundsätzlich auf dem richtigen Weg, erklärte DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet am Donnerstag vergangener Woche auf Anfrage des Pressedienstes Agra-Europe (AgE). Der Bundesregierung müsse aber klar sein, dass die Lebensmittelproduktion immer mit systembedingten Treibhausgasemissionen verbunden sein werde. Relevant sei vielmehr die Effizienz. Eine weitere Produktionsverlagerung der hocheffizienten deutschen Landwirtschaft schade dem Klimaschutz, der Wirtschaft im ländlichen Raum sowie der Versorgungssicherheit.
AgE
