11.02.2026

Mit Mobilställen durch den Winter

Foto: Christian Cypzirsch

Das System der Hühnermobilställe funktioniert im Sommerbetrieb problemlos und bietet viele Vorteile. Das kann jedoch im Winter anders sein. Christian Cypzirsch vom Kompetenzzentrum ökologischer Landbau (KÖL) Rheinland-Pfalz gibt Tipps, wie sich die Wintersaison besser meistern lässt.

Grünes Gras, blauer Himmel und glückliche Hühner sind das positive Bild, das erzeugt und durch den Verbraucher honoriert wird. Umso größer ist die He­raus­for­de­rung im Winter, wenn die Bedingungen widriger werden und sich die Vorteile ins Gegenteil umkehren können. Hühnermobilställe im Winter erfordern vor allem Weitsicht und Planung.

Während im Sommer die Einheiten freizügig bewegt werden können, sind die Aktionsmöglichkeiten im Winter – durch (Dauer-)Regen und den hohen Sättigungsgrad der Böden – schnell ein­geschränkt. Das Gewicht der Ställe inklusive Bewohner und Vorräte wird ­oftmals unterschätzt. So bringt es zum Beispiel eine kleine Einheit für 130 Hennen auf ein Leergewicht von etwa 1,50 t. Mit 150 l Tränkwasser, 100 kg Futter und knapp 260 kg für die Hennen sind das über 2 t. Die üblichen Modelle um 200 bis 300 Stallplätze erreichen schnell Werte über 4 t.

Bei kleineren Einheiten oder Eigenbauten wird zum Teil auch sehr schmale Bereifung, teilweise aus dem PKW-Bereich, eingesetzt. Letztlich ist auch das Fahrwerk nicht dafür gedacht, den Stall erst dann zu bewegen, wenn es zu spät ist. Es ist wichtig, für den Winterbetrieb gesonderte Stellplätze vorzuhalten und diese rechtzeitig zu belegen. Winterstellplätze sollten möglichst lange genutzt und in einem gewissen Sinne gezielt geopfert werden, um die restlichen Auslaufflächen zu entlasten. Grundsätzlich sind sie so spät wie möglich und so früh wie nötig zu belegen.

Mehr in LZ 7-2025 ab S. 30.