Plädoyer für Weidetierhaltung
Die extensive Weidetierhaltung ist das „effizienteste Instrument für den landwirtschaftlichen Arten- und Biotopschutz“ und sollte daher deutlich stärker als bislang gefördert werden. Das fordern mehr als 80 Verbände aus der Landwirtschaft, der Landschaftspflege und dem Naturschutz in einem gemeinsamen Positionspapier.
Darin plädieren die Organisationen der „Plattform Grünland“ für die Verabschiedung einer ressortübergreifenden nationalen Weidestrategie und für eine einkommenswirksame Förderung der durch die Weidetierhaltung erbrachten Gemeinwohlleistungen. Unterzeichnet wurde das Dokument unter anderem von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), dem Bundesverband Rind und Schwein (BRS), dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) und der Deutschen Umwelthilfe (DUH).
In dem Papier argumentieren die Verbände, dass die heimischen „identitätsstiftenden Kulturlandschaften“ maßgeblich von Weidetieren geprägt wurden und sich nur durch deren Beweidung langfristig erhalten lassen. Weidetiere seien eine zentrale Voraussetzung für artenreiche Landschaften sowie für den Arten- und Biotopschutz in Deutschland. Gleichzeitig stehe ihre Haltung unter erheblichem ökonomischen Druck. Die Autoren des Papiers monieren konkret „mangelnde Wirtschaftlichkeit, unzureichende Planungssicherheit, Nachweispflichten, Sanktionsrisiken und auch regionale Ausbreitung von Beutegreifern“. Ein weiterer Rückgang der Weidetierbestände würde zu einem fortgesetzten Artensterben auf Dauergrünland führen, warnen sie.
Die Verbände fordern daher ein „klares gesellschaftliches und politisches Bekenntnis zur Haltung von mehr Weidetieren sowie zur Erhaltung des Dauergrünlandes“. Zudem sollten das Bundeslandwirtschaftsministerium und das Bundesumweltministerium gemeinsam für eine verlässliche und einkommenswirksame Förderung im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 sorgen.
Die Weidetierhaltung sollte nach Meinung der Verbände zudem sowohl im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) als gezielt zu stärkende Bewirtschaftungsform verankert als auch in die Umsetzung der Naturwiederherstellungsverordnung (WVO) als zentrales Instrument integriert und ausreichend finanziert werden. Fernen sollte die Förderbürokratie vereinfacht und die Ausbildungsbedingungen von Junglandwirten vor allem in Bezug auf die Weidetierhaltung verbessert werden, empfehlen sie.
AgE
