Prozessauftakt gegen Tierrechtsaktivisten
Vor dem Landgericht Oldenburg beginnt in dieser Woche der erste von wahrscheinlich mehreren Prozessen, der viele Landwirte betrifft: Das Unternehmen Brand Qualitätsfleisch aus Lohne geht juristisch gegen zwei Tierrechtsaktivisten der Tierrechtsgruppe Animal Rights Watch (ARIWA) vor. Der Vorwurf: wiederholte Stalleinbrüche, das heimliche Filmen in Betrieben und die mediale Verbreitung der Aufnahmen mit dem Ziel, das Unternehmen öffentlich zu diskreditieren. „Vier Aktivisten sind bei uns im Schlachthof eingedrungen, haben unsere CO2-Betäubung gefilmt und in falschem Kontext veröffentlicht“, erklärt Niko Brand, Inhaber des gleichnamigen Schlachthofs in vierter Generation, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. „Das Betäuben und Töten von Tieren ist nie schön anzusehen – aber wir halten uns strikt an gesetzliche Vorgaben, arbeiten mit Veterinärbehörden zusammen und investieren in Tierwohl.“
Besonders betroffen von einer ganzen Serie von Hausfriedensbrüchen in Ställen, für die die Tierrechtsgruppe ARIWA verantwortlich zeichnet, sind laut Brand Betriebe mit hohen Haltungsstufen. „Gezielt haben sich die Aktivisten auf Ställe der Stufen 3, 4 und 5 konzentriert – sogar Biobetriebe waren betroffen“, so der Unternehmer. „Das zeigt, dass es ihnen nicht um eine Verbesserung der Tierhaltung geht, sondern um deren generelle Abschaffung.“ Nicht weniger als 21 Betriebe seien Opfer der Straftaten der Tierrechtler geworden, manche davon sogar mehrfach. Viele der betroffenen Betriebe bereiteten daher jetzt strafrechtliche und zivilrechtliche Schritte gegen die Täter und die Tierrechtsgruppe vor.
Das Landvolk Niedersachsen stellt sich hinter die betroffenen Betriebe. „Diesen Aktivisten geht es nicht um Verbesserung, sondern um Abschaffung unserer Tierhaltung mit hohen Tierwohlansprüchen. Klar ist, dass sie sich so ihr Spendenaufkommen sichern wollen“, verurteilt Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers das Geschäftsmodell der Hausfriedensbrüche in Ställen zur Videobeschaffung für Spendenkampagnen.
LPD/el