Zwischenfrüchte anders denken?
Um die Potenziale von Zwischenfrüchten besser einschätzen zu können, fasst Hubert Kivelitz, Landwirtschaftskammer NRW, einige wesentliche Erkenntnisse und Forschungsergebnisse mit und zu Zwischenfrüchten für Anbau- und Fruchtfolgen zusammen.
Der Ackerbau in Deutschland steht in vielerlei Hinsicht im Spannungsfeld von gesellschaftlichen und agrarpolitischen Anforderungen einerseits und einer gewinnorientierten Produktion andererseits. Restriktionen und Limitierungen bei der Düngung sowie im chemischen Pflanzenschutz können in der Praxis des Ackerbaus den Ertrags- und Qualitätsansprüchen entgegenstehen oder diese zumindest einschränken. Nicht zuletzt sind Ackernutzungssysteme hinsichtlich mittel- bis langfristiger klimatischer Veränderungen häufiger Stressfaktoren ausgesetzt.
Unter dieser Prämisse stellen Aspekte, wie Boden- und Gewässerschutz, Schutz der biotischen Lebensräume, die Resilienz der Anbaukulturen sowie die Optimierung des betrieblichen Nährstoffhaushalts, zentrale Ansatzpunkte aktueller und zukünftiger Entwicklungen im Ackerbau dar. Im Rahmen eines so ausgerichteten Anbausystems sind Zwischenfrüchte wesentliche Elemente zur Realisierung dieses Kriterienkatalogs.
Forschung zu Zwischenfrüchten
Um die Potenziale des Zwischenfruchtanbaus dabei besser einzuordnen und diese künftig stärker als bisher als eine Art ingenieurbiologischer Maßnahme zu nutzen, ist ein besseres Verständnis von Zwischenfrüchten vor allem in der Interaktion mit dem Bodenleben hilfreich. Hier sind insbesondere Aspekte der bodenphysikalischen und -biologischen Wirkung von Zwischenfrüchten sowie deren Einflüsse auf die Nährstoffdynamik innerhalb der Fruchtfolge bis hin zu deren Wirkung auf die Pflanzengesundheit interessant.
In den vergangenen Jahren fand unter anderem im deutschsprachigen Raum eine intensive Forschung mit und zu Zwischenfrüchten im Kontext mit Anbau- und Fruchtfolgen statt. Forschungsprojekte wie „Catchy“ oder „EffiZwisch“, an dem die Landwirtschaftskammer NRW beteiligt war, erbrachten neue und weiterführende Erkenntnisse und ermöglichen das Ableiten von Beratungsansätzen für die Praxis.
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