Rheinische Getreideernte auf der Zielgeraden
Die Getreideernte im Rheinland ist weit fortgeschritten. Nach Angaben des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) sind gut 90 % der Getreideflächen abgeerntet, vereinzelt werden noch Weizenbestände und vor allem Raps gedroschen, der teilweise noch nicht vollständig abgereift ist. In den Höhenlagen des Bergischen Landes und der Eifel hingegen laufe die Ernte noch auf Hochtouren, da das Getreide dort aufgrund des kühleren Klimas später erntereif sei.
Wie der RLV mitteilt, hat die Getreideernte rund drei Wochen früher als gewöhnlich begonnen. Ertragsmäßig spricht der Verband von einer insgesamt durchschnittlichen Ernte mit zufriedenstellenden Qualitäten. In schwächeren Lagen lägen die Erträge bei etwa 6 bis 7 t/ha, auf guten Standorten würden teilweise bis zu 10 t/ha erreicht. Im rheinischen Durchschnitt rechnet der Verband mit rund 8,5 t/ha. „Die Erträge sind vielerorts solide, aber sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe angespannt bleibt“, erklärt der RLV. Hohe Kosten für Diesel, Energie und Düngemittel stünden weiterhin Erlösen gegenüber, die für die Landwirtinnen und Landwirte nicht kostendeckend sind. „Eine durchschnittliche Ernte ist kein wirtschaftlicher Befreiungsschlag, wenn die Betriebsmittelkosten auf hohem Niveau bleiben und die Märkte starken Schwankungen unterliegen“, so der RLV.
Sorgen bereite der Landwirtschaft zudem der Blick auf die noch ausstehenden Feldfrüchte. Vor allem Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais und Obst- und Gemüsekulturen litten zunehmend unter der Trockenheit. Die Niederschlagsmengen im Juni und Juli blieben laut RLV deutlich hinter dem langjährigen Mittel zurück. Während im Juni vielerorts bereits rund 30 % weniger Regen gefallen sei als üblich, steuere der Juli regional auf einen Negativrekord zu. Im Kölner Raum seien bislang nur rund 1,3 mm Niederschlag gemessen; üblich wären circa 85 mm. Der RLV weist darauf hin, dass die kommenden Wochen für die Entwicklung der verbleibenden Kulturen entscheidend sind. Ohne ergiebige Niederschläge drohten diesen spürbare Ertrags- und Qualitätsverluste.