29.05.2024

Schlachter in schwerem Fahrwasser

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Top 10 der Unternehmen steigern aber insgesamt ihren Marktanteil

Die Schweineschlachtungen in Deutschland waren im vergangenen Jahr erneut stark rückläufig und der Konsolidierungsprozess in der Schlachtbranche schritt voran. Laut dem am Freitag vergangener Woche veröffentlichten Schlachthofranking der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) kamen die Großschlachter mit den geringeren Stückzahlen insgesamt etwas besser zurecht als die kleineren Unternehmen. Bei den Top 10 der Branche sank das Schlachtaufkommen gegenüber 2022 um 6,2 % auf 36,21 Mio. Schweine, bei den anderen um 9,9 % auf 7,66 Mio. Tiere. Insgesamt gingen die Schlachtungen in Deutschland um 3,29 Mio. oder 6,9 % auf 43,87 Mio. Schweine zurück. Weil das Minus bei den Top 10 unterdurchschnittlich ausfiel, stieg deren Anteil an allen Schweineschlachtungen um 0,5 Prozentpunkte auf 82,5 %.

Unangefochtener Platzhirsch im Ranking war erneut Tönnies. Mit 13,99 Mio. zerlegten Schweinen ging es zwar um 5,4 % im Vorjahresvergleich nach unten; weil das aber weniger als im Gesamtmarkt war, stieg der Marktanteil des Unternehmens um 0,5 Punkte auf 31,9 %. Auf dem zweiten Rang folgte das genossenschaftliche Unternehmen Westfleisch, das sich 2023 weitgehend dem Negativtrend des Gesamtmarktes entziehen konnte. Mit 6,5 Mio. Schweinen schlachtete Westfleisch nur 0,2 % weniger Tiere als im Vorjahr und steigerte den Marktanteil dadurch von 13,8 auf 14,8 %. Den dritten Platz im Ranking behaupten konnte das niederländische Schlachtunternehmen Vion, musste mit einem Minus von 8,6 % auf 5,3 Mio. Schweine aber spürbar Federn lassen. Im laufenden Kalenderjahr werden die Schlachtzahlen des Unternehmens wohl noch deutlich geringer ausfallen, denn Anfang 2024 hat Vion die großen deutschen Schlachtstandorte in Emstek und in Perleberg verkauft.