Branche muss auf Reset drücken
Weuthen-Kartoffeltag in anspruchsvollen Zeiten
Er habe ja schon vieles mitgemacht, aber die heutige Situation in der Kartoffelbranche sei eine neue Erfahrung und stelle eine besondere Herausforderung dar, betonte Weuthen-Geschäftsführer Ferdi Buffen eingangs seiner mit Spannung erwarteten Markteinschätzung anlässlich des 35. Weuthen-Kartoffeltags in Schwalmtal-Waldniel vergangenen Donnerstag. Flächenausdehnungen von rund 55 000 ha in den EU-4-Kartoffelländern, gepaart mit perfekten Auspflanzungen und guten Wachstumsbedingungen bisher ohne nennenswerte Wetterkapriolen, was zu hervorragenden Ausbeuten und Qualitäten führe, treffen auf Absatzrückgänge im Verarbeitungs- und Frischkartoffelsegment. „Dies ist ein Giftcocktail, für den es heute noch kein Gegenmittel gibt.“
„Wir haben den Kartoffelanbau in den letzten Jahren sehr attraktiv gemacht und die meisten Wettbewerbskulturen auf dem Acker bieten wenig Perspektiven“, gab Buffen zu. Ein weiteres Problem: Die Ausdehnung der Anbaufläche ging nicht einher mit dem Bau von neuen Lagerhäusern. In der Zwischenzeit würden stets größere Mengen Kartoffeln einer alternativen Verwertung im Futtertrog oder in den Biogasanlagen zugeführt. Die Verarbeiter würden allerdings von den aktuell extrem niedrigen Kassapreisen nicht profitieren, da sie den Rohstoff im Januar und Februar noch zu hohen Vertragspreisen abgesichert hatten.
Rekordernte auf Europas Feldern
„Es wächst in Europa eine Rekordernte heran“, die Buffen für 2025 mit13 bis 13,5 Mio. t in Deutschland beziehungsweise 28 bis 29 Mio. t in den EU 4 (Niederlande, Belgien, Frankreich, Deutschland) bezifferte. Demzufolge würden nur Top-Qualitäten einen Marktzugang finden. Auch bei Bio-Ware erwarte man eine gute Ernte. „Der Markt hat sich längst vom Verkäufer- zum Käufermarkt gedreht, sodass im kommenden Jahr der Käufer entscheiden wird, welche Sorten er für welchen Lieferzeitraum angebaut haben möchte.“
Mehr in LZ 36-2025 ab S. 14.
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