Weniger Mais, mehr Getreide
Zur diesjährigen Ernte wurden in NRW 40 000 ha mehr Getreide gedroschen als im Vorjahr. Mais und Zuckerrüben nahmen ab, Kartoffeln und Raps legten zu. Was die Hintergründe für das veränderte Anbauportfolio sind, erklären Jürgen Boerman und Ulrike Lemke von der Landwirtschaftskammer NRW.
Nach den vorläufigen Zahlen der vom Landesbetrieb Information und Technik NRW (IT.NRW) veröffentlichten Bodennutzungshaupterhebung wurden rund 45 % der Ackerfläche mit Getreide ohne Körnermais bestellt. Dessen Anbaufläche nahm im Vergleich zum Vorjahr zwar um fast 9 % zu, allerdings lag sie unter dem Niveau des Jahres 2023. Es verwundert nicht, dass in diesem Jahr wieder verstärkt auf Getreide gesetzt wurde, denn im letzten Jahr ging die Getreidefläche signifikant zurück. Im Herbst 2023 sowie im Frühjahr 2024 hatten die extrem nassen Bodenverhältnisse die Feldbestellung erheblich erschwert. Viele mussten sogar ihr Wintergetreide umbrechen und im Frühjahr 2024 mit Neueinsaaten auf Sommergetreide sowie auf andere Früchte ausweichen.
Wintergerste gegen den Trend
Nach der aktuellen Erhebung bleibt Winterweizen mit etwas mehr als der Hälfte der Getreidefläche die beliebteste Halmfrucht. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich ihre Anbaufläche um ein Viertel. Diese liegt im Vergleich zu den vorherigen fünf Jahren auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Schwer einzuschätzen ist, ob sich ihr Umfang 2026 wieder etwas reduzieren wird. Für eine Stabilisierung der Weizenfläche spricht ein eher rückläufiger Hackfruchtanbau, dessen Marktsituation zunehmend verunsichert.
Mehr in LZ 33-2025 ab S. 24.
