Wie der Zufall die Junibeere auf den Hof brachte
Neue Einkommensquellen entstehen manchmal dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Im Rahmen der Exkursionsreihe „Ideen erFahren“ besuchten mehr als 45 interessierte Landwirte den Hof Schulze Mönking in Senden. Die Reihe ermöglicht Einblicke in innovative Betriebe und neue Geschäftsfelder. Dr. Dorothee Schulze Schwering, Landwirtschaftskammer NRW, berichtet.
Im Mittelpunkt der Exkursion nach Sen-den stand ein Familienbetrieb, der neben Schweinemast und Ackerbau ein außergewöhnliches neues Standbein aufbaut: den Anbau von Junibeeren. Die Geschichte dahinter zeigt, wie aus einer zufälligen Entdeckung eine Geschäftsidee werden kann und warum bei neuen Einkommensquellen die Vermarktung oft genauso wichtig ist wie die Produktion selbst.
Der Betrieb mit rund 1 000 Mastschweinen und 85 ha Ackerbau steht wie viele landwirtschaftliche Familienbetriebe vor der Frage, wie zukünftige Einkommensquellen aussehen können. Die Schweinehaltung soll langfristig reduziert werden. Gleichzeitig braucht es neue Perspektiven, die wirtschaftlich tragfähig sind.
Die Idee des Junibeerenanbaus entstand eher durch Zufall. Während des Studiums entdeckten Franziska und Ralph Schulze Mönking Felsenbirnen im Park vor ihrem Wohnheim. Gemeinsam mit einem Mitbewohner sammelten sie die Früchte der Felsenbirne und verarbeiteten sie zu Marmelade. Jahre später erinnerte sich Franziska Schulze Mönking daran zurück. Die Frage war: Wenn die Frucht so gut schmeckt und so viele positive Eigenschaften besitzt, warum baut sie dann kaum jemand an? Aus dieser Frage entstand eine Geschäftsidee. Die Junibeeren sind die Früchte der Felsenbirne, die ursprünglich aus Nordamerika stammt und dort vor allem in Kanada als sogenannte „Saskatoon Berry“ angebaut wird. In Europa spielt sie bislang als Erwerbskultur kaum eine Rolle. Ihren Namen verdankt sie der frühen Reifezeit: Die Ernte erfolgt bereits im Juni.
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